Die East Side Gallery Berlin

Ein Openair der Kunst

07.06.2010 07:26 aus unserer Berlin Redaktion

 

Historisches

 

Wer die East Side Gallery bestaunt, steht zugleich den größte noch erhaltenen Überresten der einstigen Grenzanlagen an der Berliner Mauer gegenüber. Die Hinterlandmauer schloss einst das Grenzgebiet nach Ostberlin hin ab. Die East Side Gallery ist das erste Kunstprojekt, welches nach der Wiedervereinigung von Deutschen aus Ost und West gemeinsam aus der Taufe gehoben wurde. Der Gründung der Galerie ging ein offizieller Auftrag des Ministerrates der DDR voraus. Künstler aus aller Welt wurden beauftragt, ihre Sicht der Dinge auf Stein zu verewigen. Eröffnung feiern konnte die Galerie am 28. September 1990. Ein Jahr später wurde der kunstvoll verzierte Mauerstreifen unter Denkmalschutz gestellt.

 

Als der Zahn der Zeit zu nagen begann 

 

Natürlich ist eine Galerie unter freiem Himmel nicht für die Ewigkeit geschaffen und viele Bilder drohen im Laufe der Jahre an Attraktivität zu verlieren. Seit Mitte der 1990er Jahre kümmert sich die Künstlerinitiative East Side Gallery e.V. um den Erhalt des eigenwilligen Kunstprojektes (Siegessäule-Verhüllung). Im Jahre 2000 wurde die East Side Gallery saniert. Dabei wurden der Beton geglättet und die noch erhaltenen Kunstwerke mit einem Speziallack geschützt. Nicht nur Witterungseinflüsse setzen den Bildern stark zu, sondern auch unter aufgesprühten Graffiti haben die Werke zu leiden. Vor zwei Jahren wurde die East Side Gallery erneut saniert. Berlin ließ  sich dies 2,2 Millionen Euro kosten. Die Galerie  soll als Teil des Berliner Gesamtkonzepts und zur Erinnerung an die Mauer und deren Opfer erhalten bleiben. (Brandenburger Tor) Im Sommer 2006 wurde ein 40 Meter langer Teil der East Side Galerie umgesetzt. Das Mauerwerk musst dem Bau der O2 World weichen. Hier finden nun vielfältige Veranstaltungen statt. (Fashion Week)

 

Kunst auf Stein

 

Es lohnt, die Kunstwerke entlang der East Side Gallery näher in Augenschein zu nehmen, denn dort sind die verschiedensten Stile und Stilrichtungen und mit ihnen die Charaktere ihrer Macher verewigt. Das wohl bekannteste Bild stammt von Dimitri Wrubel und ziert die East Side Galerie seit 1991. Der Künstler betitelte sein Werk, bei dem sich der russische Staatschef Breschnew und DDR-Staatsratsvorsitzender Erich Honecker beinahe verliebt in den Armen liegen, “Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben”.

Zurück